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Regexparser wieder online

Nachdem ich zusammen mit meiner Linux-Partition den Regexparser wegformatierte, musste ich mir einen neuen erstellen..

Dieser ist nun da - der Regexparser 2.

Und das kann er:

  • Anwenden eines regulären Ausdrucks auf einen mehrzeiligen Text
  • Ausgabe des Ursprungstextes:
    • Einfärben von Treffern des gesamten regulären Ausdrucks
    • andere Farbe für einzelne, eingeklammerte Teilabschnitte des regulären Ausdrucks
  • Einfärben des regulären Ausdrucks (lächerlicher Versuch, ihn übersichtlich zu machen)
  • Ausgabe sämtlicher Treffer (geordnet nach den in Klammern gesetzten Teilausdrücken)

Und das soll er irgendwann noch können:

  • Auswertung mehrzeiliger regulärer Ausdrücke
Tags: Website,  Programmierung,  drschaf.de,  Regulärer Ausdruck drschaf - 29.09.2009 um 19:17:31

Dichtkunst mit Bässen und Operngesang

Bei deiner Geburt der Himmel beschloss
Dass der sanfte Tod in deinen Armen verweile

Alt ist die Dichtkunst, ausgestorben sogar, möchte man meinen. In der Schule sind Gedichte oftmals uninteressant, niemand möchte wissen, was denn der Autor damit sagen möchte. Den besten Gegenbeweis bringen diese beiden Zeilen. Es ist keineswegs ein Auszug aus einem Schulgedicht, aus dem das Memento-Mori-Motiv herausgefunden werden muss.

Es handelt sich um zwei ins Deutsche übersetzte Zeilen des Liedes "Deep Silent Complete" von Nightwish. Mit Tuomas Holopainen – dem Songwriter der Band – gibt es in der Moderne tatsächlich einen großen Dichter.

Nightwish war bis 2005 eine etwas andere Band. Mit einer ausgebildeten Opernsängerin, welche von einem Bass begleitet wurde, war die Band kaum eine kommerzielle Pop-Band. Holopainens Antrieb war also keineswegs das Geld. Es muss also etwas hinter den Texten stecken. In chronologischer Reihenfolge werde ich dabei auf einige Songs eingehen, viele werde ich auslassen, und einige werde ich in späteren Einträgen näher erläutern.

Oftmals geht Nightwish auf das Motiv des Gewässers ein, meist in Form einer Oase. Erstmals 1998 im Album "Oceanborn", im Lied Stargazers, wird dieses Motiv verwendet. Hier tritt es vor allem als etwas Geheimnisvolles auf, daher auch oft in Verbindung gebracht mit der Nacht. Dies zeigt sich bereits in der ersten Zeile:

Eine große Oase in der endlosen Dunkelheit

Diese "Oase in der Dunkelheit" taucht hier erstmals auf, und sie wird noch oft folgen. Führen wir uns wieder vors Auge: Der Autor schreibt diese Texte nicht aus Geldgründen. Es handelt sich um seine Psyche, die er in diesen Versen darlegt. Um 1998 sah er vermutlich erstmals einen Funken Hoffnung in einem weniger guten Zustand; von "Depression" zu sprechen wäre etwas übermütig.
Im Album "Oceanborn" (spätestens jetzt fällt wieder das Motiv des Gewässers auf) ist zudem religiös geprägt, wie beispielsweise allein der Songtitel "Gethsemane" oder der Exodus-Vers 10,28 als ersten Vers von "The Pharao sails to Orion".

Am 20. April 1999 schockierten zwei Schüler der Columbine High School in Littleton den ganzen Erdball mit dem Schulmassaker von Littleton. Auch dies ging nicht spurlos an Holopainen und dem Rest der Band vorbei. "The Kinslayer" (Brudermörder - wieder biblischer Anklang) wurde diesem Vorfall gewidmet und enthält einen nach Überlebenden zitierten Dialog zwischen den Mördern und ihren Mitschülern während des Blutbades. Der Song bestärkt damit wieder die Annahme, dass der Songwriter Holopainen aus seinem eigenen Leben erzählt.

Der Beweis liefert letztlich Dead Boy's Poem, das Lied, in welchem Holopainen nach eigenen Angaben sein eigenes Leben verarbeitet. Ein längerer Auszug dürfte aber viele wichtige Dinge zeigen:

 

Singe, was du nicht sagen kannst
Vergiss, was du nicht spielen kannst
Versinke schnell in die wunderschönen Augen
Geh' mit mir in meine Dichtkunst, diese sterbende Musik
– Mein Liebesbrief zu Niemanden

Seufze niemals für eine bessere Welt
Sie wurde bereits komponiert, gespielt und erzählt
Alle Gedanken, die Musik, die ich schreibe
Alles ein Wunsch für die Nacht

In den ersten fünf Zeilen geht Holopainen vorerst auf die Kunst ein, seine Gefühle über die Dichtkunst zu äußern. In Zeile 3 dieses Auszugs wird wieder die Bedeutung des Motivs "Wasser" deutlich: versinke (im Original "drown", also tatsächlich ein Ausdruck von "im Wasser untergehen"). Aus der Reihe fällt die letzte Zeile dieses Abschnittes - der "Liebesbrief zu Niemanden". Holopainen hat eine eindeutige Botschaft, und er hat eindeutige Adressaten. Warum aber ein Liebesbrief zu Niemanden? Mit Niemand ist hier tatsächlich eine Person gemeint, wer genau, erklärt er später.

Der zweite Abschnitt zeigt eine gewisse Resignation. Man möge anfangs denken, Holopainen gibt auf und lässt sich von der Welt widerstandslos formen. Schaut man einmal genauer hin, sieht man jedoch, dass der Sinn ein ganz anderer ist: Die Welt existiert so, wie sie ist, und sie wird sich nicht ändern. Es lohnt sich daher nicht, sich eine bessere Welt zu wünschen. Also: Macht aus der Welt das Beste :)

2004 wurde das fünfte und bis dahin erfolgreichste Album "Once" veröffentlicht. Einer der wohl traurigsten Songs der Band ist "Nemo" (lat. "niemand"). Näher zu betrachten ist hier wohl der Refrain:

Oh wie ich mich sehne
Nach beruhigenden Regen
Ich will nur wieder träumen
Mein liebendes Herz
Verloren in der Dunkelheit
Für Hoffnung würde ich alles geben

Selbst die Hoffnung wurde dem lyrischen Ich genommen. Naheliegend aufgrund der anderen Lieder ist, dass dieses lyrische Ich gleichzeitig Holopainen ist. Holopainen machte also vermutlich eine starke Depression durch. Etwas später taucht eine lose, recht zusammenhanglose Zeile im Lied auf:

Nemo mein Name für immer

Es gehört nicht zum eigentlichen Text. Die Sängerin war Tarja Turunen, sie sang vermutlich ohne sich Gedanken um den Text zu machen – das lyrische Ich ist schließlich nicht der Rezitierende. Das machte sich Holopainen zunutze und ließ Turunen etwas sagen, wo sie selbst das lyrische Ich war. Es ist eine Art "versteckte Botschaft".

Das Lied ist von Trauer und Hoffnungslosigkeit geprägt, warum aber bei Liebe? Vermutlich bei einer unglücklichen Liebe: Tarja Turunen heiratete 2003 ihren jetzigen Ehemann Marco Cabuli, was einem Verliebten wohl nun jede Hoffnung nimmt. Es bleibt also der starke Verdacht, dass Holopainen jahrelang in Tarja Turunen verliebt war.

Nach der Once-Tour "End of an Era" wurde Tarja Turunen aus der Band verabschiedet. Sie hätte sich durch ihren Ehemann völlig verändert, eine weitere Kooperation sei nichtmehr so möglich. So hatte Nightwish drei Jahre lang keinene Sängerin. 2007 wurde dann schließlich eine Sängerin gefunden: Anette Olzon.

Mit "Bye Bye Beautiful" verabschiedete sich Holopainen von Tarja Turunen. Vor allem die drei ersten Zeilen des Refrains fallen hier auf:

Hast du je gehört, was ich dir gesagt habe?
Hast du je gelesen, was ich dir geschrieben habe?

Es wurde im öffentlichen Brief, mit welchem Tarja aus der Band verabschiedet wurde, gesagt, dass die Band oftmals versucht hat, mit Tarja zu reden, sie warnte und gewisse Anspielungen gab. Es geht eindeutig um den Konflikt, welcher durch Cabuli begann. Von Briefen und Ähnlichem wurde ebenfalls gesprochen. Aber:

Hast du je dem zugehört, was wir gespielt haben?

Tarja hat selbst gesungen, warum sollte sie nicht zugehört haben? Und wo soll es in dem, was sie sang, um den Konflikt und die Gefahr gegangen sein, dass Tarja sich von der Band distanziert?

Die einzige Lösung: Es geht nicht darum. Es geht wieder um Holopainens Botschaften, die er über die Musik überbringen wollte, um seine Gefühle gegenüber Tarja. Wie Tuomas selbst sagte:

"In der Musik des Künstlers spiegelt sich zwangsläufig dessen momentane Lebenssituation wider [...]"

Das ist es, was ich nach längerem Nachdenken aus der Musik von Nightwish erfahren habe. Es ist möglich, dass ich falsch liege, es ist nur ein Interpretationsversuch. Es können noch zahlreiche andere Sinnebenen dahinter stecken :)

So far - Grüße :)

Tags: Nightwish,  Musik,  drschaf.de,  Regulärer Ausdruck drschaf - 12.07.2010 um 04:01:58

Neue Website

Endlich ist es so weit: Die neue drschaf.de-Website geht online. Mit ihr kam nun auch ein neues Design, an welchem ich aber immernoch abeite.

Durch Schule und andere Dinge habe ich in letzter Zeit nicht sonderlich viel Freiraum, um eine Website zu gestalten. Daher bin ich froh, diese endlich online bekommen zu haben. Weitere Blog-Einträge werden folgen, wenn ich mal etwas mehr Zeit habe. Ich hoffe, dass dies auch bald der Fall sein wird ;)

Bis dahin - Grüße

Tags: Website,  Programmierung,  ich,  drschaf.de drschaf - 06.05.2009 um 16:21:10
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